Warum nicht mal eine sprechende Ratte? Voilá - Die Ratte Prinz von Annette Paul

Leseprobe aus "Ratte Prinz" von Annette Paul

Es riecht lecker, deshalb folge ich meiner Nase. Mitten im Raum steht auf einem Tisch ein Kuchen. Und mir soll ein Apfel reichen? Das ist nicht fair! Ich klettere auf einen Stuhl und turne an der Tischdecke entlang auf den Tisch. Ein Prachtstück von Kuchen steht genau vor mir. Das längliche Rote in der Mitte riecht uninteressant. Trotzdem beiße ich versuchsweise hinein. Nein, das schmeckt nicht. So ähnlich wie Plastik und das ist absolut ungesund. Also lasse ich das rote Ding und knabbere an dem Kuchen herum, bis ich wirklich satt bin.

Anschließend schaue ich mich um. Die Küche ist groß. In einer Ecke befindet sich eine zweite Tür, die sogar einen Spalt offen steht. Nett, dass diese Fremden an mich denken und alles offen lassen. Um den Tisch stehen acht Stühle. Wenn ich recht überlege, habe ich auch acht Betten gesehen. Falls das Riesenbett nicht für einen Riesen, sondern für zwei Menschen gedacht ist.

Viel langsamer als ich hochgeklimmt bin, klettere ich wieder hinunter. Kein Wunder, mein Bauch ist voll, nein voller als voll. Dann laufe ich zu der angelehnten Tür. Super! An den Wänden stehen Regale und auf jedem Bord liegt etwas zum Fressen. Ich liebe meine Retterin dafür. Hier werde ich nie Hunger leiden und warm und trocken ist es auch. Ich muss mich nur vor diesem schreienden und Dosen werfenden Mann in Acht nehmen.

Von der vielen Aufregung und dem guten Essen bin ich müde geworden. Also suche ich mir eine ruhige Ecke. Im Flur steht so ein merkwürdiger Kasten. Er besteht aus ganz dünnem Holz und ist hohl. Dummerweise sind über dem runden Eingang Bänder gespannt. Damit ich hinein kann, beiße ich ein paar davon durch. Die Dinger sind ziemlich hart und zäh, aber ich schaffe es und rolle mich in der Höhle zusammen.

© Annette Paul

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