Ein Projekt, das Spaß macht - die Halloween-Anthologie vom Kelebek-Verlag

Eine Verlagsausschreibung für eine Anthologie – Angebot und Chance für Autoren und Illustratoren!

Klingt gut! Aber – was bedeutet das eigentlich für die Verlegerin und ihre Lektorin? In jedem Fall viel Spaß, jede Menge neue Erfahrungen und einen Zugewinn an Know How. Aber auch - eine taffe To-do-Liste!

 

Maria Schenk und der Kelebek-Verlag

Was macht eine frisch gebackene Verlegerin, um ihren Verlag bekannt zu machen? Da gibt es sicher mehrere Möglichkeiten. Maria Schenk fing nicht bei null an. Als Margareta Schenk veröffentlicht sie bereits seit 2012 Bücher, überwiegend Kinderbücher. Mittlerweile verfügt sie nicht nur über eine Fangemeinde, sondern auch über ein funktionierendes Netzwerk. Nicht zuletzt durch ihre Lesungen knüpfte sie unermüdlich Kontakte. Außerdem hat sich Maria Margareta Schenk in den vergangenen Jahren immer weiter professionalisiert durch Schulungen, intensiven Austausch, kontinuierliche Kontaktpflege …

Als sie schließlich am 1 . November 2015 ihren Verlag gründete, wusste sie genau, was sie zu tun hatte und was sie wollte: Der Kelebek-Verlag ist ein klassischer Verlag, kein Zuschussverlag oder irgendwie gearteter Service für Selfpublisher; und er war von Vornherein nicht als Selbstverlag konzipiert. Auf ihrer Webseite sagt Maria Schenk es ganz deutlich:

„So bunt wie Schmetterlinge, so vielfältig soll einmal das Verlagsprogramm werden. Aktuell sind Kinderbücher, Kurzgeschichten und Märchen im Sortiment. Wir sind jedoch ständig bemüht, unser Angebot zu erweitern.“

Eine Möglichkeit, Autoren kennenzulernen, ihnen aber gleichzeitig auch eine Chance zu geben, ist eine Ausschreibung.

„Ausschreibungen für Kurzgeschichten in verschiedenen Genre geben auch jungen Autoren die Chance auf einen Verlagsvertrag.“

 

Die Halloween-Anthologie

Also startete sie im November 2016 mit der ersten Verlagsausschreibung. Auf der Verlags-Webseite veröffentlichte sie einen Artikel über die Voraussetzungen zur Teilnahme, Art der einzureichenden Datei, den Ablauf, die rechtliche Seite und die Leistungen des Verlags.

Die Kurzgeschichten, die in die Anthologie aufgenommen werden, erhalten unter anderem ein Lektorat. Das ist für alle Veröffentlichungen des Kelebek-Verlages obligatorisch und ein wichtiger Indikator für ein professionelles Verlagsangebot.

Dass Maria Schenk sich vor einer ganzen Weile an das Lektorat Carolin Olivares in Mainz gewendet und sich seither unsere Zusammenarbeit immer weiter verbessert hat, ist eine meiner Sternstunden.

Die große Zahl der Einsendungen überraschte uns dann aber doch. Die Vernetzung nach allen Seiten hatte sich ebenso bezahlt gemacht wie die systematische Werbung des Verlages und des Lektorates in den sozialen Medien.

Von Anfang tauschten wir uns aus, überlegten gemeinsam, probierten aus … Jede eingereichte Kurzgeschichte wurde sofort gelesen, von Verlegerin und Lektorin. Bei einigen war gleich klar, dass sie in der Anthologie erscheinen würden. Die Autoren erhielten sofort die Zusage und den Vertrag. Lektoriert wurde dann zeitnah, wohlwissend, dass es gegen Ende, also ab Mitte Juni bei Bekanntgabe der Entscheidung über die Teilnehmer, eng werden würde. Werbemaßnahmen werden weiterhin abgesprochen und gemeinsam durchgeführt.

 

Die Betreuung der Autoren oder – aus zwei mach drei

Arbeitsweise und Programm eines Verlages basieren nicht zuletzt auf einer Philosophie. Worauf wird allergrößten Wert gelegt? Was ist "verhandelbar"? Wie wird mit Autoren umgegangen? Welcher Ton herrscht?

Maria Margareta Schenk ist eine überzeugte Befürworterin des Lektorates. Natürlich legt sie Wert darauf, dass ihre Geschichten nicht komplett umgekrempelt und dass ihr Stil beibehalten wird. Auf der anderen Seite weiß sie genau, dass ein Profi-Leser ein starker Partner ist. Voraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit ist die Bereitschaft, sich mit fundierter Kritik zu beschäftigen, um gemeinsam einen Text zu optimieren. Am Ende ist es ein bisschen so wie mit dem Frisör oder dem Zahnarzt. Die Chemie stimmt oder sie stimmt eben nicht. Nichtsdestotrotz erwartet die Verlegerin Maria Schenk von ihren Autoren, dass sie mit dem Lektorat, das sie ihnen bezahlt, in dieser Art und Weise umgehen. Optimal ist es natürlich, wenn Autoren diese Auffassung vom Lektorat teilen.

Natürlich konnten sich die Teilnehmer an der Anthologie ihre Lektorin nicht aussuchen. Das ist erst einmal nicht so gut und auch unüblich. Außerdem ist der Arbeitsprozess in einer derartigen Konstellation von Vornherein komplizierter, da statt zwei drei Leute beteiligt sind: Autor, Verlegerin und Lektorin. Des Weiteren gilt es, mehrere sehr unterschiedliche Autoren, ihre Geschichten und Viten unter einen Hut zu kriegen. Am Ende muss es einfach funktionieren.

Gelöst haben wir das Ganze so, dass Fragen und Austausch zur konkreten Textarbeit direkt zwischen Autoren und Lektorin geklärt wurden. Die E-Mail-Korrespondenz war rege. Auch telefoniert wurde gelegentlich. Selbstverständlich erhielt die Verlegerin die unterschiedlichen Fassungen der lektorierten Manuskripte. Grundsätzliche Fragen wie z. B. in Bezug auf Schreibweisen klärten wir, Maria Schenk und Carolin Olivares, wie üblich direkt zwischen uns. Bei etwaigen Problemen hätte die Verlegerin entschieden. Bislang gab es aber keine.

Ganz besonders erfreulich ist, dass mittlerweile einige Autorinnen ihre Buchmanuskripte zur Prüfung eingereicht haben.

 

Der Stand der Dinge

Ende Juli wurden die letzten Manuskripte ausgewählt. Alle Geschichten sind mittlerweile lektoriert. Einige Illustrationen liegen bereits vor. Aber –  Es gibt noch viel zu tun. Als Nächstes werden die Viten in ein geeignetes Format gebracht. Danach ist die die Werbe-Aktion dran.

 Ab Anfang September starten wir eine Werbemaßnahme mit mehreren Artikeln pro Woche, in der alle Teilnehmer der Anthologie vorgestellt werden.

Die Premiere eines Projekt ist immer aufwändiger, weil Grundsätzliches zu klären ist und Formate zu erarbeiten sind. Die einzelnen Schritte des Arbeitsprozesses müssen besprochen und festgelegt werden, um den Workflow Anthologie zu optimieren.

Das gilt insbesondere dann, wenn weitere Projekte dieser Art geplant sind. Und weitere Anthologie-Ausschreibungen des Kelebek-Verlages wird es aller Voraussicht nach geben.

Ich glaube, bin mir fast sicher, dass Maria schon über eine Frühlings-Anthologie nachdenkt.

© Carolin Olivares (Lektorat Carolin Olivares)

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