"Das deutsche Spiel" von Ira Ebner - etwas Erotik gefällig?

Eine Frage der Richtung

House-Bässe dröhnten in den Katakomben der ehemaligen Fabrik. Auf der Tanzfläche schwang Judith ihre Hüften im Takt. Ihr Oberkörper wand sich in der flackernden Lichtorgel. Hell und Dunkel. Sie tanzte einen Mann mit ausrasierten Schläfen und ärmellosem Hemd an. Er ging auf sie ein. Sie bewegte sich wie in Zeitlupe, drehte den Kopf in Richtung Bar. Dort unterhielt sich Dominik mit einer langhaarigen Brünetten. Dabei hielt er sich an seinem Drink fest. Sein Mund lag am Ohr der jungen Frau. Sie strich die Haare zurück. Auf ihrem Unterarm war eingraviert: Broken Doll. Das Leuchten der Lichtorgel in ihrem Mund.

Judith fand die Braunhaarige auch attraktiv. Kurz lächelte sie ihren Tanzpartner an, dann wandte sie sich von ihm ab und strebte auf Dominik und die Brünette zu. Judith drängte sich zwischen die beiden, fragte sie nach ihrem Namen. „Hier drinnen ist es zu laut, um sich zu unterhalten.“ Sie nahm ihr Glas, in dem der halbe Wodka Lemon warm geworden war. Dann strich sie Dominiks Knie, beugte sich zu ihm und flüsterte: „Hast du sie klargemacht?“

Er nickte. Seine Augen funkelten im Schatten der Lichtorgel. Judith trank ihren Wodka Lemon in einem Zug aus, näherte sich Broken Doll und küsste sie auf den Mund. Judiths Finger gruben sich den Nacken der Frau, spielten mit ihren Haaren. Die andere Hand wanderte um ihre Brust, die das enge Top umspannte. Broken Dolls Lipgloss schmeckte nach Vanille. Und nach Wodka Tonic. Broken Doll widersetzte sich nicht. Sie machte das Spiel von Judiths Zunge in ihrem Mund mit. Judith hörte auf, Broken Doll zu küssen, widmete sich Dominik und drückte ihre Lippen auf seine.

„Jetzt küss du sie!“, forderte sie ihn auf.

 Judith schaute zu, dann umarmte sie beide.

„Was meinst du?“, flüsterte sie Broken Doll ins Ohr. „Du und ich und mein Freund?“

Broken Doll stimmte zu. Dominik bezahlte die Drinks. Sie verließen die Katakomben.

Ira Ebner, Autorin und Bloggerin

 

 

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